Ingo Reuter
Ingo Reuter 

 

Auf dieser Website geht es um Kultur, Hermeneutik, Religion, Philosophisches und Unterricht/Lehre.

 

Aktuelle Publikation 2026:

Wahrhaftigkeit - Über Wahrheit und Schein

Die Wahrheit ist besser als die Lüge – das scheint alles andere als fragwürdig, beinahe banal. Wer möchte schon der Lüge das Wort reden? Gleichzeitig leben wir in einer Zeit, die geprägt ist von alternativen Fakten, gefühlten Wahrheiten und dem Verwischen von Geschmacks- und Sachurteilen. Die eigene Meinung wird oft nicht mehr aufgrund von Faktenwissen gebildet, sondern sucht und konstruiert sich ihre (alternativen) Fakten, ohne sich infrage stellen zu lassen. Dieses Spiel mit dem Schein treiben wir nicht erst seit Social Media, Telegramblasen und Trumpismus. Es ist etwas zutiefst Menschliches, sich die Wirklichkeit zurechtzubiegen, bis sie hineinpasst in den Rahmen, in dem wir sie betrachten wollen, in dem wir uns sehen wollen. Vom autonomen Selbstentwurf ist es nicht weit zur Selbsterfindung von etwas, das man nicht ist. Es ist schwer, wahrhaftig zu sein und zu bleiben. Warum ist das so? Kann es trotzdem gelingen und wollen wir das überhaupt? Was ändert sich, wenn wir wahrhaftig sind? Und bedeutet Wahrhaftigkeit, immer die Wahrheit zu sagen? Was bleibt übrig von dem, was wir wissen können, tun sollen und hoffen dürfen, wenn wir wahrhaftig auf die Welt und unser Leben zu blicken versuchen? Darum geht es.

 

 

 

 

Kultur

Adam kratzt sich am Kopf. Was Eva wieder will... Kultur beginnt mit einem Biss. Kultur ohne Biss kann eigentlich keiner gebrauchen. Kultur ist alles jenseits der animalisch-infantilen Paradiesprojektion. Auch wenn diese auch Kulturerzeugnis ist.

Unterricht

Ein Mönch am Meer. Blick in`s Unendliche. Schleiermacher lässt grüßen. Thema des Religionsunterrichtes ist - zu oft nur untergründig - die Unendlichkeitsdimension des Daseins. Die Fraglichkeit, die Unabgeschlossenheit der Welt. Also keine Werteorientierung. Wenn schon Werte, dann Diskussion, Grenzen finden. 

Vielleicht steht der Mönch auf dem Tableau aber auch vor der grauen Tafel, tabula rasa dessen, was im Unterricht zu erwarten ist. Vom Thema und von den Schülern. Planung nur als vorerst. Unendliche Möglichkeit der Inhalte und ihrer Verknüpfung. Kompetenter müssten sie mir sein, die Kompetenzorientierten.  Religionsunterricht ist ein Spiel um Regeln.

Hermeneutik

Hermeneutik ist die Kunst des Verstehens. Bis in's Letzte lässt sich nichts verstehen. Alles bleibt immer fraglich. Aber man kann sich annähern. Das Andere dabei möglichst vorurteilsfrei wahrzunehmen, bleibt Anforderung, Wunsch und doch auch Unmöglichkeit. Deswegen braucht jede Phänomenologie die Hermeneutik. Und eine Hermeneutik wird möglichst sensibel mit den Phänomenen umgehen. Auch wenn sie weiß, dass sich nichts objektiv erfassen lässt.

Spiegelungen

Spiegelungen dienen der Selbstwahrnehmung. Wer in den Spiegel sieht, reflektiert sich selbst. Aber der Spiegel tut noch mehr: Er zeigt mich in der Welt die mich umgibt. Wer also das Spiegelbild als Bild des eigenen Selbst im Raum wahrnimmt, der sieht sich selbst als Objekt im Raum, so, wie er anderen auch erscheint. Ein kluger Gebrauch des Spiegels dient nicht dem Narzissmus, sondern der Selbstrelativierung.